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1. Was sind derzeit Ihre wichtigsten Projekte?

Da wir keinerlei Corona Pause eingelegt haben, kommen jetzt viele im letzten Jahr vorangetriebene technologische Projekte in den Pre-Launch Status. Das heisst dann: Viel testen, viele Videos drehen um Fehler nachvollziehbar machen zu können etc.

Parallel wachsen wir weiter und brauchen Fläche für neue Units. Daher finalisieren wir gerade noch ein neues FARM Office in Hamburg. Architektonisch und von der Fläche her noch mal anspruchsvoller als unser Berliner Stammhaus, das wir 2016 aus einer entkernten Fabriketage neu aufgebaut haben. Gerade kämpfen wir, neben Wasserschäden, in Hamburg noch mit Magnetfeldern, die Mikrofone in den Studios zum Brummen bringen und der Lieferung von 150 KG Wellblechverkleidungen frei Bordsteinkante. Denn die müssen vom Bordstein irgendwie in den 6. Stock kommen.

Auf der Contentseite entsteht gerade ein spannender „analoger Take over“ unserer digitalen Marke 80s80s. 2015 als rein digitales Angebot für Menschen gestartet, die die Musikauswahl und die Ansprache von klassischen Oldiesendern nicht aushalten, aber Spass an den etwas cooleren Songs der 80er haben, wird daraus jetzt ein „richtiger“ Radiosender, der national seit Dezember via DAB+ verbreitet wird und noch weitere spannende Ableger bekommen wird. Am Aufbau des redaktionellen Teams und der notwendigen Produktionsstruktur arbeiten wir gerade mit Hochdruck.

2. Was sind Ihre Zielsetzungen in der Digitalisierung?

Klarheit über die erfolgsrelevanten Faktoren eines Audio Contentangebotes (kleiner Spoiler : Je nach Format, Zielgruppe, Form und Inhalt kann das sehr unterschiedlich sein) erlangen und dieses Wissen in neue Audioprodukte übersetzen, die in neue hochskalierbare Strukturen produziert werden. Die klassische Radioproduktion ist seit der Einführung von digitalen Sendesystemen (die mehr oder weniger wie ein digitaler CD Player funktionieren) vor 20 Jahren nicht mehr so wirklich weiter entwickelt worden – was zu erschreckend ineffizienten Prozessen und damit viel nicht wertschöpfend eingesetzter Ressourcen führt. Stört nicht, solange das, was rauskommt für den gewünschten Markterfolg reicht. Reicht aber schon heute nicht mehr – und einer glorreichen Audiozunkunft, die aktuell massiv von großen digitalen Firmen befeuert wird, noch weniger.

3. Wie erleben Sie Ihren Arbeitsalltag im Bezug von Führung auf Distanz?

Da ich durchaus schon Zeiten in meinem beruflichen Leben hatte, in denen ich 120 Tage pro Jahr nicht im Büro war, kenne ich die Tücken von Homeoffice (oder Trainoffice) und Remote Leadership – glaube ich – ganz gut. Wir haben vieles, was das Thema Flexibilisierung von Arbeit angeht, in Kultur und Architektur unserer FARM Offices in Berlin und Hamburg einfliessen lassen – von daher war der Moove ins Homeoffice für uns technisch und strukturell kein Problem. Aber es fehlt, gerade mit Blick auf die Zeitspanne die wir nun schon so arbeiten, vieles was Teams zusammenhält. Das Persönliche, das Informelle und auch mal das unproduktiv/spassige, was einen Arbeitstag aber auch bereichern kann. Wir sind in den FARM Offices in unterschiedlichen Units spezialisiert auf Musik, Künstlerrelations, Musikproduktion und die Entwicklung, Führung und Produktion von Audiomarken und Podcasts. Alles Dinge, für die persönliches Treffen, Austausch etc. unumgänglich sind. Es klappt, obwohl fast alles in den letzten 12 Monaten weggefallen ist, trotzdem gut. Aber ich freue mich schon, wenn alle wieder zurück im Office sind.

Auch wenn wir vor Corona schon sehr modern unterwegs waren, werden wir bzw. unsere Mitarbeiter selbst wohl auch Post-Corona noch deutlicher unterscheiden, ob Arbeit alleine erbracht werden kann und dafür dann wahrscheinlich eher zuhause bleiben oder ob es um Abstimmungen, Kreativprozesse etc. geht und dafür sich dann in unseren Offices treffen.

4. Krise als/ohne Chance: Wo sehen Sie aktuelle Herausforderungen?

Wenn der Regen kommt, muss die Tonne stehen. Trotz aller zusätzlichen emotionalen Belastungen haben wir in der Corona Zeit ein bisschen die Früchte der konsequenten Digitalisierung unserer Produktionsprozesse ernten können. Ich kann heute aus meinem Wohnzimmer eine national ausgestrahlte Radiosendung moderieren. Mit Equipment, das in Summe weniger kostet als ein ordentlicher Bürostuhl. Entsprechende Software vorausgesetzt, die wir in den letzten Jahren entwickelt haben.

Das macht natürlich ganz neue Produkte möglich. Ich muss nicht mehr schauen, dass ich spannende Contentproduzenten an einem Ort zusammentrommle, sondern kann – was in der Musikproduktion ja schon usus ist – virtuell mit den besten Leuten zusammen arbeiten. Das stellt natürlich neue Herausforderungen an Teamorganisation, Informationsprozesse etc. Das ist etwas, was wir auf dem Weg lernen und adaptieren müssen. Aber die Chancen überwiegen – so wir auch weiterhin einen Werbemarkt haben werden, der bestehende und neue Reichweiten benötigt um seine eigenen Angebote zu bewerben.

5. Wie gehen Sie persönlich mit der Pandemie um?

Ich benutze regelmässig Handcreme. Neue Erfahrung. Aber notwendig. Ansonsten: Viel kochen, regelmässig Fahrradfahren oder Bewegen und auf den eigenen Körper hören. Daher sind auch noch diverse Punkte auf meiner privaten Lockdown Projekt Liste offen, die ich wohl in diesem Lockdown auch nicht mehr schaffen werde. Was total ok ist – Ich habe „Muße“ in der Pandemie Zeit neu entdeckt und schätzen gelernt. Wenn man zwar Zeit hat, aber keine Muße, dann sollte man die Aufgabe – insbesondere wenn sie privater Natur ist – einfach auch mal lassen. Ohne schlechtes Gewissen. Sehr befreiend.

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